Rita Morrien

Kurzvita

MORRIEN, RITA, apl. Prof. Dr., Akademische Oberrätin an der Universität Paderborn.

- studierte Germanistik, Kommunikationswissenschaft und Politik in Münster, München und Freiburg. 1995 Promotion an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Dissertation über Ingeborg Bachmann, Marlen Haushofer und Unica Zürn), 2000 Habilitation an der ALU Freiburg (Sinn und Sinnlichkeit. Der weibliche Körper in der deutschen Literatur der Bürgerzeit. Köln u.a.: Böhlau 2001)

- Arbeitsgebiete: Erzählliteratur des 18. und 19. Jahrhunderts, (Post-)DDR-Literatur, Intermedialität, Literatur und Film, Themen und Theorien der Gender Studies.

- Neuere Veröffentlichungen: Deutsch-afrikanische Diskurse in Geschichte und Gegenwart. Literatur- und kulturwissenschaftliche Perspektiven (Hg. mit Michael Hofmann, Amsterdam u.a.: Rodopi 2012); Aufsätze über (Post-)DDR-Autorinnen (Reimann, Maron, Krauß), Literaturverfilmungen, Afrika-Diskurse im populären deutschen Spielfilm, deutschsprachige Autorenfilmer (Hans-Christian Schmid, Michael Haneke, Tom Tykwer). In Arbeit ist ein größerer Beitrag über Korrespondenzen, Um- und Weiterschriften: Annette von Droste-Hülshoff und Judith Kuckart.

 

 

Vortrag

„Nun ist es allein an Ihnen, ein gerechtes Urteil zu finden.“ – Terrorismus, Theater und Tribunal in Ferdinand von Schirachs „Terror

Ferdinand von Schirachs „Terror“ war das Event der Theatersaison 2015/16. Das Stück hatte in dieser Saison an 22 Bühnen Premiere, das Medienecho war gewaltig, die ebenfalls interaktive TV-Adaption erfolgte im Oktober 2016. Alexander Kluge bejubelte Schirachs Stück als wichtigen Beitrag, dem politischen Analphabetismus des 21. Jahrhunderts entgegenzutreten. Der ZEIT-Kolumnist Thomas Fischer polemisierte dagegen, durch die Simulation des Ernstfalls werde lediglich ein „Spontan-Rülpser des Volkskörpers als jeweils gefühlte Gerechtigkeit“ hervorgebracht.

Das Thema Terrorismus ist in der heutigen Mediendebatte allgegenwärtig – mit dem Effekt, dass die Begriffe ‚Terror‘ und ‚Terrorismus‘ popularisiert und aufgeweicht werden und ein Heer von ‚Experten‘ ausgebildet wird. Wieviel Didaktik und mediale Inszenierung verträgt das Thema Terrorismus? Kann/soll das Theater ein Raum der politischen Erziehung sein? Durch Seitenblicke auf Dea Lohers RAF-Stück „Leviathan“ und Ulrich Rasches aktualisierende Inszenierung der „Räuber“ (Münchner Residenztheater 2016/17) werden auch alternative Darstellungsstrategien diskutiert.