Jyotsna Vaidya

Kurzvita

Jyotsna Vaidya 1984 geb., seit April 2016 Doktorandin an der Savitribai Phule Pune University, Indien. Der Titel der Arbeit “Literatur und Engagement. Eine Studie der ausgewählten Werke von Ilija Trojanow” M.Phil from University of Pune. 2012. Das Thema „Wie fremd ist wirklich die Fremde? - Die Indienbilder der Gegenwart bei Ilija Trojanow. Master of Arts from University of Pune  Specialized in German – 2007. Hermann Hesse Research Stipendium der Eberhard Karls Universität Tübingen für die Materialsammlung erhalten (2009 – 2010) Teilnahme an dem 7. Nachwuchssymposium von DAAD an der Delhi University (Oktober 2010). Teilnahme an der Konferenz “Multilingualism: Concepts and Contexts” at Department of German, University of Mumbai (2011) Teilnahme an dem Symposium der German Week , organisiert von Goethe Society of India, DAAD and Department of Foreign Languages, Savitribai Phule Pune University (Februar 2017) Seit 2010 – Deutschlehrerin an der Fremdsprachenabteilung der Savitribai Phule Pune University, Indien

 

Jyotsna Vaidya

Department of Foreign Languages

Savitribai Phule Pune University

India

 

 

Vortrag

Das sozialpolitische Engagement im Roman „Macht und Widerstand“ von Ilija Trojanow

Die Literatur hat immer im Verlauf der Geschichte von Plato bis heute eine Funktion gehabt,  moralische, erzieherische oder soziale Perspektiven zu repräsentieren. Sie kann nicht von den vorhandenen Realitäten und soziopolitischen und kulturellen Problemen isoliert sein. Diese Texte geben nicht nur die Ereignisse wieder, sondern sie sind eine Art Protest, durch den Unterdrückte sich äuβern können, wobei soziale Normen, konventionelle Systeme in Frage gestellt werden. Im Kontext der Nachkriegszeit bzw. im Jahr 1945 wurde der Begriff „engagierte Literatur“ von J. P. Sartre geprägt.

Die engagierte Literatur  lässt ein politisches, soziales, religiöses oder ideologisches Engagement erkennen. Der Aspekt einer „engagierten Literatur“ deckt sich weitestgehend mit der Überzeugung Trojanows, dass der Autor eine spezifische soziale Funktion zu erfüllen verpflichtet ist. Der in Bulgarien geborene, multikulturell aufgewachsene und politisch engagierte Autor Ilija Trojanow schildert in seinem Roman „Macht und Widerstand“die Vergangenheit Bulgariens als Ostblock-Nation. Im Roman konzentriert sich man auf zwei Lebenswege, die sich gegenseitig bedingen, die Lebenswege des Stasi-Manns Metodi und des „Anarchisten im Ruhestand“, wie er sich selber bezeichnet, Konstantin. Beide Formen des Lebens hängen am Gedächtnis der Vegangenheit. Dadurch sind die Konzepte des kollektiven Gedächtnisses und der Erinnerungsorte sind hilfreich, um die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit beider Figuren zu analysieren.

Der Beitrag untersucht die Beweggründe, die die Autoren dazu führen, dass sie in ihren Werken verantwortungsbewusst sein und Widerstand leisten wollen. Die Grundlage der Rechereche ist das Werk von Peter Weiss „Die Ästhetik des Widerstands“, das den kommunistischen Widerstand gegen den Faschismus thematisiert. Die zentrale Frage ist, welche Rolle Kunst und Kultur als Nährboden für politischen Widerstand gegen totalitäre Systeme spielen können. Es wird hier auch beobachtet, wie bestimmte Formen der Kunst den wenigen Menschen, die sich der gegebenen Macht widersetzen, Kraft und Orientierung vermitteln und das politische Bewusstsein schärfen können.

 

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1 Trojanow, Ilija: Macht und Widerstand. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2015