Jan Kubica

Kurzvita

1994 – Magisterarbeit  Bieneks Gleiwitzer Tetralogie – nicht nur über Oberschlesien  

Studiumabschluss am Instituts für Germanistik an der Philosophischen Fakultät der Palacky Universität in Olomouc

Seit 1994 – Lektor an der Pädagogischen Fakultät der Palacky Universität in Olomouc, Institut für Germanistik

Seit 2005 – Fachassistent, Dissertation Ota Filip. Eine Monographie

Fachbereiche – Literaturgeschichte, Zeitgenössische deutschsprachige Literatur, Autorinnen und Autoren im multikulturellen mitteleuropäischen Raum – Ota Filip, Horst Bienek, Gerold Tietz, Katharina Elliger u. a.

 

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Ota Filip, Silvie Jašková, Lexikon Deutschmaehrischer Autoren, Olomouc, Univerzita Palackého v Olomouci, 2006, nestránkováno, 300 s.  ISBN 80-244-1280-2
  • Einsatz von literarischen Texten als Mittel zur Erlangung der interkulturellen Kompetenz der Studenten an der Pädagogischen Fakultät. Förderung der Lesekompetenz im schulischen und universitären Bereich.Beiträge zur Literatur- und Fremdsprachendidaktik, Band 82, Dresden-Wroclaw 2009, s. 207–211.  
  • Die Nachkriegszeit im Werk von Ota Filip. Slezský sborník. Acta Silesiaca. Časopis Slezského zemského muzea v Opavě, roč. 111/2013, č. 1, 2013, s.107–120. ISSN 0037-6833 ERIH
  • Expressive Lexik in Horst Bieneks Gleiwitzer Tetralogie, Vaňková Lenka, Emotionalität im Text. Tübingen, Stauffenburg, 2014, 542 s., s. 441–448. ISBN 978-3-95809-506-9
  • Katharina Elliger und ihre „Geschichte einer Vertreibung aus Schlesien“. Zuzana Bohušová, Alena Ďuricová, Germanistik interdisziplinär. Beiträge der 22. Linguistik und Literaturtage, Internationale Fachtagung der Gesellschaft für Sprache und Sprachen (GESUS), Banská Bystrica/Slovakei, 2014, Hamburg, Verlag Dr. Kovač, 2016, 621 s., s. 141–149.ISSN 2364-561X Spisovatel Ota Filip. Brno, Větrné mlýny, 2012, 344 s. ISBN 978-80-7443-046-6   

 

Vortrag 

Das Schaffen von Gerold Tietz

Abstract

Gerold Tietz wurde 1941 in Horka (Nordböhmen) in einer sudetendeutschen Familie geboren. In dem Dorf lebten neben Deutschen auch Tschechen, Roma und Juden. In der Familie gab es auch tschechische Verwandten und etliche von den deutschen sprachen gut tschechisch und pflegten Kontakte mit den tschechischen Kulturkreisen. 

Nach dem Krieg wurde er mit seiner Familie nach Schwaben vertrieben. Tietz studierte Geschichte, Französisch und Politik. Seit dem Jahre 1969 lebte der promovierte Historiker in Esslingen, wo er dreißig Jahre am Gymnasium unterrichtete.

In dem autobiographisch geprägten Roman Böhmische Fuge (1997) versucht Tietz sowohl die offiziellen gesellschaftlich-politischen Ereignisse mit bekannten politischen und künstlerischen Persönlichkeiten, als auch die Episoden aus dem Bereich des Alltags der „kleinen Leute“, die sich mit den Konsequenzen der geschichtlichen Wenden für ihr persönliches Leben auseinandersetzen müssen. Der Text des Romans Böhmisches Richtfest (2007)  ist zum Teil autobiographisch geprägt, wobei sich der Autor mit den traumatischen Episoden aus seiner Familiengeschichte auseinandersetzt. Dabei handelt sich nicht „nur“ um die Vertreibung, die Tietz als knapp fünfjähriges Kind durchgemacht  hatte, sondern auch um die Integration einer der tausenden sudetendeutschen Familien zuerst in Bayern und später in Schwaben, die besonders in den ersten Nachkriegsjahren sehr kompliziert war. Im Roman Böhmische Grätschen (2009) variiert Tietz die oben erwähnten Themenbereiche und verbindet diese mit der Situation nach 1989.

Im Beitrag werden die Umstände der Koexistenz der Deutschen und Tschechen untersucht und mit dem authentischen geschichtlichen Hintergrund konfrontiert. Dabei werden bei diesen Ethnien die negativen Erscheinungen nicht übersehen und die positiven als Beitrag für die heutige europäische Multikulturalität präsentiert.