Axel Dunker

Kurzvita

 

 Studium der Germanistik und Anglistik in Frankfurt/M. und Bielefeld. Promotion 1993 in Bielefeld, Habilitation 2001 in Mainz. 2005/06 einjährige Gastprofessur an der Universität Wien. Seit 2010 Professor für neuere und neueste deutsche Literaturwissenschaft und Literaturtheorie an der Universität Bremen. Mitglied der Jury der LiteraTour Nord und des Hilde-Domin-Preises für Literatur im Exil.

Schwerpunkte in Forschung und Lehre: Prosa der Moderne, Holocaust und Literatur, Literatur nach 1945, Gegenwartsliteratur, Postkoloniale Literatur- und Kulturtheorie. 

 

Letzte Veröffentlichungen: 

  • Dirk Göttsche / Axel Dunker / Gabriele Dürbeck (Hg.): Handbuch Postkolonialismus und Literatur. Stuttgart: Metzler 2017
  • Amatso Obikoli Assemboni / Anna Babka / Laura Beck / Axel Dunker (Hg.): Postkolonialität denken. Spektren germanistischer Forschung in Togo. Wien: Praesens 2017
  • Axel Dunker / Thomas Stolz / Ingo H. Warnke (Hg.): Benennungspraktiken in Prozessen kolonialer Raumaneignung. Berlin/Boston: de Gruyter 2017
  • Bernd Blaschke / Axel Dunker / Michael Hofmann (Hg.): Reiseliteratur der DDR. Bestandsaufnahmen und Modellanalysen. Paderborn: Fink 2016
  • Axel Dunker / Sabine Kyora (Hg.): Arno Schmidt und der Kanon. München: edition text + kritik 2015

 

 

Vortrag

„Warum vergiften Sie diese Menschen nicht?“ Zur Thematisierung von Euthanasie in der Gegenwartsliteratur

In der Gedenkstunde des Bundestages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2017 wurde festgestellt, dass die ca. 300.000 Opfer der Euthanasie „jahrzehntelang vom öffentlichen Gedenken ausgeschlossen“ waren. Dass das jetzt endlich nachgeholt und die Euthanasie als wichtiger Bestandteil der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik und des Holocaust gekennzeichnet wird, ist auch eine Folge des Engagements der Literatur: Ulrike Draesner in Sieben Sprünge vom Rand der Welt  (2014), Anne Weber in Ahnen (2015) und Olga Martynova in Der Engelherd (2016) haben sich in den letzten Jahren auf literarisch sehr komplexe Weise mit der Euthanasie, den ihr zugrundeliegenden Denkweisen in der deutschen Geschichte, der fortgesetzten Karriere der Täter nach 1945 und den Folgen für die Gegenwart auseinandergesetzt.